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Konzession

Konzession beantragen — So funktioniert's

Redaktion taxi-schulungen.de01. Februar 202610 Min. Lesezeit

Die Taxikonzession ist die Betriebserlaubnis für dein Unternehmen. Wir erklären, welche Unterlagen du brauchst, wie der Antrag läuft und worauf du achten musst.

Die Taxikonzession ist das Herzstück deines Unternehmens — ohne sie darfst du keine Fahrgäste gewerblich befördern. Viele angehende Taxiunternehmer unterschätzen den Aufwand und die Dauer des Konzessionsverfahrens. Dieser Ratgeber erklärt den gesamten Prozess Schritt für Schritt: von den Voraussetzungen über die Unterlagen bis hin zur Verlängerung.

Was ist eine Taxikonzession?

Die Taxikonzession — korrekt: Genehmigung nach §47 PBefG (Personenbeförderungsgesetz) — ist die behördliche Erlaubnis, Personen gewerblich mit einem Kraftfahrzeug zu befördern. Ohne diese Genehmigung ist jede entgeltliche Personenbeförderung im Taxi illegal und kann mit empfindlichen Bußgeldern bestraft werden.

Für Mietwagen (z. B. Uber, Bolt) gilt stattdessen die Genehmigung nach §49 PBefG. Das Verfahren ist weitgehend identisch, unterscheidet sich aber in einigen Auflagen (Rückkehrpflicht, Preisgestaltung). Mehr dazu in unserem Ratgeber Mietwagen vs. Taxi.

Wer erteilt die Konzession?

Die Konzession wird von der zuständigen Genehmigungsbehörde erteilt. Das ist:

  • In Großstädten: Das Ordnungsamt oder die Straßenverkehrsbehörde
  • In Landkreisen: Das Landratsamt (Abteilung Straßenverkehr)
  • In manchen Bundesländern: Die Regierungspräsidien

Zuständig ist die Behörde am Betriebssitz des Unternehmens. Wenn du ein Unternehmen in Stuttgart gründest, bist du bei der Stadt Stuttgart zuständig — nicht bei deinem Wohnortlandkreis.

Voraussetzungen für die Konzessionserteilung

Bevor du den Antrag stellst, musst du alle Voraussetzungen erfüllen:

1. Fachliche Eignung (§11 PBZugV)

Du benötigst das IHK-Fachkundezeugnis nach § 13 PBefG + § 4 PBZugV. Alternativ kannst du einen eingetragenen Betriebsleiter benennen, der die Fachkunde besitzt. Die langfristig günstigere Lösung ist, die Fachkunde selbst zu erwerben. Unsere Kurse bereiten dich darauf vor.

2. Persönliche Zuverlässigkeit (§13 PBefG)

Du darfst keine einschlägigen Vorstrafen haben. Die Behörde prüft:

  • Polizeiliches Führungszeugnis (Belegart O)
  • Auszug aus dem Gewerbezentralregister
  • Auskunft aus dem Schuldnerverzeichnis

Einschlägige Straftaten (Diebstahl, Betrug, Verkehrsdelikte) können zur Ablehnung führen.

3. Finanzielle Leistungsfähigkeit (§13a PBefG)

Du musst nachweisen, dass dein Unternehmen finanziell stabil aufgestellt ist:

  • Mindestkapital (Taxi/Mietwagen): 2.250 € für das erste Fahrzeug, 1.250 € je weiteres Fahrzeug — § 2 PBZugV (ein Viertel der EG-Verordnung 1071/2009 Art. 7)
  • Nachweis: Bankbescheinigung, Eigenkapitalnachweis, ggf. Bürgschaft

4. Fahrzeugnachweis

Die Behörde muss wissen, welches Fahrzeug du einsetzen willst. Akzeptiert werden:

  • Kaufvertrag
  • Leasingvertrag
  • Reservierungsbestätigung (verbindlich)

Das Fahrzeug muss den Anforderungen der BOKraft (Betriebsordnung für den nichtliniengebundenen öffentlichen Personennahverkehr) entsprechen.

5. Versicherungsnachweis

Eine Taxi-Pflichtversicherung muss abgeschlossen sein, bevor die Konzession erteilt wird. Eine normale Kfz-Haftpflicht reicht nicht aus.

Welche Unterlagen brauchst du?

Hier ist eine vollständige Unterlagenliste:

| Dokument | Woher? | Kosten | |---------|--------|--------| | Antrag auf Konzession nach §47 PBefG | Genehmigungsbehörde | Kostenlos | | Personalausweis / Reisepass | Eigener Besitz | — | | IHK-Fachkundezeugnis | IHK nach Prüfung | — | | Polizeiliches Führungszeugnis (Belegart O) | Einwohnermeldeamt | 13 € | | Auszug Gewerbezentralregister | Ordnungsamt | 13 € | | Nachweis Betriebssitz (Gewerbeanmeldung) | Gewerbeamt | 20–50 € | | Eigenkapitalnachweis / Bankbescheinigung | Bank | Ggf. gebührenpflichtig | | Fahrzeugnachweis | Händler / Leasinggeber | — | | Versicherungsnachweis | Versicherung | — | | Fahrzeugzulassung mit Sondernutzungsgenehmigung | KFZ-Zulassungsstelle | 30–100 € |

Einige Behörden verlangen zusätzlich:

  • Gesundheitszeugnis des Fahrers
  • Nachweis über P-Schein des Fahrers
  • Auskunft aus dem Fahreignungsregister (Flensburg)

Der Antragsprozess

Schritt 1: Unterlagen zusammenstellen

Sammle alle Unterlagen sorgfältig. Achte auf Aktualität: Polizeiliches Führungszeugnis und Registerauszüge dürfen meist nicht älter als 3 Monate sein.

Schritt 2: Antrag stellen

Den Antrag reichst du persönlich oder per Post bei der Genehmigungsbehörde ein. In manchen Städten gibt es auch Online-Portale.

Schritt 3: Bearbeitungszeit

Die Bearbeitungszeit beträgt je nach Behörde und Auslastung 4–12 Wochen. In Städten mit Konzessionsbeschränkung (z. B. Hamburg, Berlin) gibt es Wartelisten, die Monate oder sogar Jahre betragen können.

Tipp: Frage bei der Behörde nach, ob Konzessionsbeschränkungen in deiner Stadt gelten — das kann deine Planung erheblich beeinflussen.

Schritt 4: Konzessionserteilung

Wenn alle Unterlagen vollständig sind und du die Voraussetzungen erfüllst, erhältst du die Konzessionsurkunde. Diese ist in der Regel auf 2–4 Jahre befristet und muss danach verlängert werden.

Kosten der Konzession

| Position | Kosten | |----------|--------| | Konzessionsgebühr | 150–600 € (je nach Behörde) | | Zusatzgebühr pro Fahrzeug | 50–200 € | | Polizeiliches Führungszeugnis | 13 € | | Gewerbezentralregisterauszug | 13 € | | Gesamtbehördenkosten | ca. 250–800 € |

Dazu kommen die Kosten für den Kurs, das Fahrzeug, die Versicherung und den laufenden Betrieb.

Konzessionsbeschränkungen

In einigen Städten ist die Anzahl der Taxikonzessionen gesetzlich begrenzt. Das nennt sich Konzessionsstopp oder Konzessionsbeschränkung. Wenn keine neuen Konzessionen vergeben werden, musst du warten, bis ein anderer Unternehmer seine Konzession zurückgibt.

Aktuelle Informationen dazu erhältst du direkt bei der Genehmigungsbehörde deiner Stadt. In vielen kleineren Städten und Gemeinden gibt es keine Beschränkungen.

Konzessionsverlängerung

Die Konzession ist befristet — meist auf 2 bis 4 Jahre. Die Verlängerung musst du rechtzeitig (mindestens 3 Monate vor Ablauf) beantragen. Die Unterlagen sind ähnlich wie beim Erstantrag, aber du musst nicht erneut die Fachkundeprüfung ablegen.

Bei der Verlängerung prüft die Behörde auch, ob du in der Vergangenheit Auflagen eingehalten hast (keine Bußgelder, ordnungsgemäße Buchführung etc.).

Konzession zurückgeben oder übertragen

Wenn du das Unternehmen aufgibst, gibst du die Konzession zurück — sie erlischt automatisch. Eine Übertragung auf eine andere Person ist nicht möglich: Die Konzession ist personengebunden. Bei Verkauf des Unternehmens muss der Käufer eine eigene Konzession beantragen.

Häufige Ablehnungsgründe

Die häufigsten Gründe, warum Konzessionsanträge abgelehnt werden:

  • Unvollständige Unterlagen
  • Nicht bestandene Fachkundeprüfung oder fehlender Betriebsleiternachweis
  • Eintrag im Schuldnerverzeichnis
  • Strafrechtliche Vorbelastungen
  • Unzureichender Eigenkapitalnachweis

Mit unserer Gründungsberatung sorgen wir dafür, dass dein Antrag vollständig und korrekt eingereicht wird — auf Anhieb.

Fazit

Die Taxikonzession zu beantragen ist ein sorgfältig zu planender Prozess. Wer die Voraussetzungen versteht, alle Unterlagen korrekt zusammenstellt und den Antrag rechtzeitig einreicht, vermeidet unnötige Verzögerungen. Lass dich professionell begleiten — unser Team kennt die Anforderungen der Behörden in deiner Region und hilft dir, den Antrag reibungslos durchzubringen.

Nächster Schritt

Bereit für den nächsten Schritt?

Unsere Experten begleiten dich persönlich — von der Kursvorbereitung bis zur Konzession.